Winter in der Schweiz

04.01.2016

Dunkel, kalt und nass. Der Winter in der Schweiz wird von Spitzensportlern gern umgangen. Zu Unrecht, findet Andreas Kyburz.

Als Spitzensportler sind wir immer auf der Suche nach den optimalen Bedingungen für das tägliche Training. Um den ganzen Übeln aus dem Weg zu gehen, welche ein Winter mit sich bringt (Dunkelheit, eisige und verschneite Strassen, klirrende Kälte, Schnupfen, Husten, erhöhtes Krankheitsrisiko), erliegen viele den Verlockungen des warmen Südens. Besonders beliebt unter OL-Läufern sind Dullstroom in Südafrika (Höhentrainingslager und Safari in Einem), Alicante in Spanien (Cooles und garantiert schneefreies OL-Gelände), sowie die Kanarischen Inseln (Sommer, Sonne, Sonnenschein). Auch uns zog es schon im Winter in den Süden, sei es aus wettkampftechnischen (Neuseeland 2013, Australien 2015) oder trainingsmässigen Gründen (Gran Canaria 2012).

Diesen Winter bleiben wir beide in der Schweiz. Erstens sind wir nicht darauf erpicht unserem CO2-Fussabdruck weitere Flugmeilen aufzulasten, zweitens freuen wir uns auch darauf Langläufeln und Skifahren zu können. Des Weiteren weckt der Winter in uns jugendliche Erinnerungen (Schneemänner und Schneeballschlachten) und es lassen sich mit ihm herrliche Kompositionen bilden wie z.B. Winterschlaf (schlafähnlicher Zustand, in dem sich manche Säugetiere im Winter befinden), Winterspeck (während der Wintermonate höher gewordenes Körpergewicht, größer gewordenes Fettpolster) oder Winterthur (sonnenverwöhnte Stadt, die nicht an der Thur liegt). Dank dem Winter gibt es auch die Tour de Ski, die Vierschanzentournee, den Spengler Cup und viele Skirennen. Was hätten wir in letzter Zeit auch ohne diese schönen Dinge den ganzen Tag gemacht?

Mit Thömi auf dem Kistenstöckli 

Doch genug der Lobeshymnen. Der diesjährige Winter war bislang kaum einer (àCO2-Fussabdruck). Wir taten, was wir in solchen Situationen immer tun: Das Beste daraus machen.

Wenn’s kein Schnee hat, rennen wir halt auf die Berge hinauf: Longjog auf das Kistenstöckli.

Andreas verbrachte den Jahreswechsel in Obersaxen und rannte auf alles Mögliche hinauf und hinab.

Weiteres Training mit Thömi für die TOM 2016 im Rheinfelderberg. Wer hatte auf den Piz Sezner hinauf mehr zu kämpfen?

Chlai machte sich auf die Suche nach dem Winter und fand ihn im Goms. In einer Woche kamen so zahlreiche Langlaufkilometer zusammen und auch einige Laufkilometer. Besonders die Südhänge im Goms haben es Chlai angetan. Dreimal 1000 Höhenmeter hinauf- und wieder direttissima hinunter rennen waren für seine Beine jedoch eine Zumutung. Die Beine wehrten sich mit Muskelkater. Abgesehen davon läuft es rund im Training. 

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